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Dienstag 20. September 2011, 18.00 Uhr
Gemeindesaal der Reformierten Gemeinde,
Untere Karspüle 11, Göttingen


Claude Lanzmann und
Rudolf von Thadden im Gespräch

in
Zusammen-
arbeit
mit:

Auch hundert Leben, sagt Claude Lanzmann, hätten nicht ausgereicht, seine Neugier auf das Leben zu stillen. Seine Autobiographie ist vieles in einem: Erzählung eines überreichen Lebens, Bild jüdischer Geschichte, Traktat über Freiheit und Gewalt. So heißt es auf dem Buchumschlag.

Claude Lanzmann und Rudolf von Thadden sprechen über ihre persönlichen und politischen Erfahrungen und Wege in einem Europa, dass zu ihrer Jugendzeit unter den deutschen Angriffskriegen und dem nationalsozialistischem Rassismus und Antisemitismus zu leiden hatte, über zwei Länder - Deutschland und Frankreich -, die Wege in eine friedliche Zukunft suchten und finden und die Verarbeitung der Shoah in Europa und im neu entstandenen Staat Israel.

Claude Lanzmann, geboren 1925, - als junger französischer Jude und Kommunist Mitglied der Resistance im Kampf gegen die Wehrmacht, Freund von Jean Paul Sartre, langjähriger Lebensgefährte von Simone de Beauvoir und Herausgeber des von ihnen gegründeten Magazins Les Temps Modernes, Journalist, Regisseur von "Shoah", Philosoph und Kommandeur der französichen Ehrenlegion.

Rudolf von Thadden, geboren 1932, - Professor für Mittlere und Neuere Geschichte, engagiert als Gastprofessor an der École des Hautes "Études en Sciences Sociales" in Paris, Präsident des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg, bis 2007, Direktor der heutigen Stiftung Genshagen und von 1999 bis 2003. Koordinator für die deutsch-französische Zusammenarbeit der Bundesregierung, Kommandeur der französischen Ehrenlegion.

Ausgangspunkt des Gespräches ist die von Claude Lanzmann vorgelegte Autobiographie: "Der patagonische Hase".

Bei dieser Veranstaltung wird ein Eintrittsgeld erhoben:
12,00 € - für Schüler, Stud. u. Arbeitlose 8,00 €

Um Anmeldung unter:
info@ev-stadtakademie-goe.de oder 0551-45023 wird gebeten

 

Außerdem zeigen wir in Zusammenarbeit mit dem
den Film

Shoah

in zwei Teilen

Frankreich 1985 / 534 Minuten
Regie Claude Lanzmann
Kamera Dominique Chapuis, Jimmy Glasberg, William Lubtchansky
Schnitt Ziva Postec, Anna Ruiz

am

Sonntag 11. Sept. 2011, 11.00 Uhr
und
Samstag 17. Sept. 2011, 11.00 Uhr

im Kino LUMIERE
Geismarlandstraße 19, Göttingen!

Eintritt: 6 Euro

Verteilt auf zwei Termine zeigen wir Claude Lanzmanns epochale Dokumentation Shoah. Lanzmann läßt Zeitzeugen zu Wort kommen und zeigt die Orte der Massenvernichtung in ihrem heutigen Kleid: ohne offenkundige Spuren. Was bleibt ist die Erinnerung, die Orte, die Eisenbahn und einige wenige Überlebende.

In einem Interview (Le Monde, 1994) charakterisierte Lanzmann seine Arbeit so: „Es gibt in Shoah keine Sekunde mit Archivmaterial, weil dies nicht die Art ist, wie ich denke und arbeite, und, nebenbei gesagt, solches Material gibt es gar nicht. […] Wenn ich einen Film gefunden hätte – einen geheimen Film, weil das Filmen verboten war –, gedreht durch die SS, in dem gezeigt wird, wie 3000 Juden – Männer, Frauen und Kinder – zusammen sterben, in der Gaskammer des Krematoriums 2 in Auschwitz ersticken, so würde ich ihn nicht nur nicht gezeigt haben, ich hätte ihn sogar vernichtet. Ich kann nicht sagen, warum. Das passiert von selbst.“

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